Jesus, der Diener
DER DIENST JESU IN GALILÄA
(Fortsetzung)
Totenauferweckung eines Mädchens (V. 21-24 und 35-43)
Wird später behandelt (V. 21-24).
Wird zusammen mit den Versen 35-43 behandelt.
Heilung der Frau mit Blutungen (V. 25-34)
Was ist Blutfluss (V. 25)?
Unaufhörliche Periode. Für viele Frauen ist die Zeit der Periode oft schmerzhaft. Eine Frau, die 12 Jahre lang ununterbrochen blutete, hatte auch grosse Schmerzen im Unterleib (litt= Aorist, Partizip, langandauerndes Leiden). Zudem galt sie als unrein (Num 15,19-30). Eine solche Frau wurde wie eine Aussätzige behandelt. Sie wurde von der Gesellschaft verbannt und ausgestossen.
Offensichtlich hatte sie viel Geld investiert, um diese Krankheit loszuwerden, doch ohne Erfolg (V. 26). Kein Arzt konnte ihr helfen. Die Krankheit wurde nur noch schlimmer. Doch jetzt sah die Frau ihre Gelegenheit. Sie schämte sich als unreine Frau Jesus von vorne zu begegnen (V. 27). Doch sie glaubte fest daran, dass Jesus der wahre Arzt ist. Sie dachte nicht: „Ich will es einmal mit ihm versuchen.“ Was dachte sie (V. 28?
Die Frau erfuhr sofort die volle Heilung (V. 29).
Was war die Reaktion Jesu? (V. 30)
Die Jünger Jesu hatten für eine solche Frage überhaupt kein Verständnis (V. 31). Wie konnten sie denn wissen, wer Jesus mitten im Getümmel angerührt hatte? Sollten sie die Menschenmenge, von der sie umdrängt wurden, fragen? Jesus gab nicht auf, sondern suchte mit seinen Augen die betroffene Person (V. 32).
Da kam die Frau mit Furcht und Zittern, warum? Sie wusste, dass sie sich etwas nahm ohne zu Fragen. Sie hatte kein Recht Jesus zu hintergehen! Deshalb bekannte sie sich reuig. Doch Jesus erkannte ihren tiefen Glauben und vergab ihr (V. 34). Die Frau schämte sich nicht vor der Menschenmenge. Sie erzählte die ganze Wahrheit in allen Details. Dies setzte viel Glaube und Demut voraus! Sie kam zu Jesus mit einem Herz voller Hoffnung und Überzeugung.
Das alles ereignete sich auf dem Weg nach dem Haus zu einem Vorsteher.
Schlussfolgerung
Das Leben ist voller Probleme! Solange es Menschen gibt, wird es auch Schmerzen und Leiden geben. Dabei gibt es verschiedene Methoden diese Probleme anzugehen. Es gibt Menschen, die drücken sich vor allen Problemen des Lebens und machen sich überall dort wo es etwas zu erdulden gibt aus dem Staub. Doch in diesem Fall war dies für beide Menschen nicht möglich. Es gibt Menschen, die versuchen alles, um eine Lösung ihres Problems zu finden.
Probleme lösen war noch nie einfach, da es oft zu neuen Problemen führen kann. Doch der kämpferische Mensch hat viel grössere Change das Ziel zu erreichen, als der Drückeberger (das sehen wir an diesen beiden Beispielen). Auch wir wollen daraus lernen und nicht feig zurückweichen, wenn es Probleme gibt, indem wir sie „totschweigen“ und ihnen aus dem Weg gehen (1Kor 9,26).
Wer vermag die Welt mit allen ihren Versuchungen und Problemen zu überwinden? – 1. Johannes 5,5.
Wir sind aber nicht nur zum Glauben an Christus berufen, sondern zu was auch noch? – Philipper 1,29-30.
TOTENAUFERWECKUNG EINES MÄDCHENS (V. 21-24 UND 35-43)
Jairus und seine kranke Tochter (V. 21-24).
Vermutlich blieb Jesus mit seinen Jüngern über Nacht beim Geheilten. Denn es war ja Abend, als sie das Ufer erreichten (4,35). Das würde bedeuten, dass das Ereignis mit den Schweinen noch am Vorabend stattfand. Erst am Morgen kamen vermutlich die Hirten mit den Leuten aus der Stadt.
An diesem neuen Morgen stieg Jesus in das Schiff, um ans jenseitige Ufer zu fahren (V. 21). Wo lag denn das jenseitige Ufer? = Es war die Stadt Kapernaum (Mt. 9,1). Jesus lehrte und heilte dort viele am Sabbat in der Synagoge (1,27.34). Darüber nahmen die Juden Anstoss (Mk. 3,6). Kaum erreichte Jesus das Ufer, kam viel Volk an den See.
Ausgerechnet der Vorsteher der Synagoge sucht Jesus auf (V. 22). Dabei wirft er sich Jesus zu Füssen, d. h. er unterstellt sich Jesus demütig. Er bittet ihn inständig, d. h. er flehte ihn an (bittet vielmals, V. 23). Für diese Handlung musste der Synagogenvorsteher innerlich einige stolze Gefühle überwinden. Doch er liebte seine Tochter sehr und war zu allem bereit. Später musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, warum er als Vorsteher sich in aller Öffentlichkeit vor Jesus so demütigte. Vielleicht bedeutete dies für ihn als Vorsteher sogar das Ende. Offenbar erfuhr er von vielen andern Leuten aus dem Dorf, wie sie von Jesus geheilt wurden. Jesus war nicht nachtragend, sondern er fühlte Erbarmen mit dem Mann. Er ging mit ihm und setzte damit die Prioritäten seiner Arbeit genau richtig (V. 24). Auch das Volk zog mit Jesus und den Jüngern.
Totenauferweckung eines Mädchens (Verse 35-43).
Können wir uns vorstellen, wie ungeduldig der Vorsteher neben Jesus wartete? Er wusste, wie sehr die Zeit drängte. Doch er liess es zu, dass Jesus noch zuerst zur geheilten Frau sprach. Dann geschah das Traurige! Noch während Jesus zur Frau redete, kamen die Freunde des Vorstehers und überbrachten die Schreckensnachricht (V. 35). Sie akzeptierten die Tatsache, dass das Mädchen gestorben war, weil sie keine Ahnung hatten, zu was Jesus als Sohn Gottes im Stande war. Sie glaubten, jetzt sei alles aus, aber da täuschten sie sich gewaltig! Jesus beruhigte den Vorsteher mit den Worten (V. 36): „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ Dann nahm er drei Jünger mit sich, wer? (V. 37). Als sie beim Hause ankamen, hörten sie bereits die Totenklage (V. 38). Doch Jesus versuchte die Menschen im Haus zu beruhigen und behauptete, das Mädchen schlafe nur (V. 39). Die Anwesenden dachten er sei verrückt, während Jesus die Ungläubigen ins Gemach führte, wo das Mädchen lag (V. 40).
In welcher Sprache befahl Jesus dem Mädchen aufzustehen? (V. 41 = in aramäisch, die Muttersprache Jesu). Das zwölfjährige Mädchen stand sofort auf und ging umher, so dass alle, die es sahen, erstaunten (V. 42). Warum gebot Jesus ihnen, dies nicht weiter zu erzählen? (V. 43). Jesus wollte durch diese Totenauferweckung keine Aufmerksamkeit unter dem Volk bewirken. Jesus bewies damit vor den Augen der Anwesenden, dass er der Sohn Gottes ist und alle Vollmacht besitzt. Doch der Grund warum Jesus dieses Mädchen auferweckte war nicht nur, um seine göttliche Macht zu beweisen, sondern aus reiner Liebe. Jesus brauchte noch viel Zeit, um die Menschen (und ganz besonders seine Jünger) von Gott zu lehren. Die Freude war sicher riesengross im Hause des Synagogenvorstehers.
SCHLUSSFOLGERUNG
Was können wir aus dieser Begebenheit lernen?
Jesus ist nicht nur von den Toten auferstanden, er selbst ist die Auferstehung und das Leben: Johannes 11,25-26.
Wie Jesus das Mädchen vom Tod auferwecken konnte, so vermag er auch uns aus dem ewigen Tod zu erwecken: Johannes 8,51.
Jesus hat den Tod zunichte gemacht: 1Tim 1,10. Was ist es, was den Tod bringt? – Jakobus 1,13-15. Deshalb ist es wichtig, dass unser vergängliches Wesen, die Unverweslichkeit anzieht (1Kor 15,50-58). Hier erfahren wir, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben kann. Verweslichkeit kann Unverweslichkeit nicht ererben. Der fleischliche Mensch muss von neuem geboren werden und im Geist leben lernen. Denn die Natur des Fleisches ist die des ersten Adams, vergänglich. Die Natur des Geistes aber ist dem Wesen Christi gleich, d. h. unverweslich.
Christus hat den Todesstachel unschädlich gemacht, das ist die Sünde. Wir sollen also als Christen lernen geistlich zu denken, indem wir niemals vergessen, dass unsere Arbeit im Herrn nicht vergeblich ist, das auf uns eine unermesslich grosse und ewige Freude wartet. Denn der ewige Tod ist verschlungen in Sieg. Wie wissen wir aber, dass wir als Christen dem ewigen Tod entrinnen werden?
1. Johannes 3,11-18:
Wer hasst bleibt im Tod. Wer seinen Bruder nicht liebt, der macht sich schuldig und wird zum Menschenmörder. Die Gemeinde ist das beste Übungsfeld, um unsere Geistlichkeit und unsere Liebe unter Beweis zu stellen. Das Problem der Menschheit ist Hass. Jeder, der aus dem Tod ins Leben übergegangen ist kann dies daran erkennen, ob oder wie innig er die Brüder und Schwestern in der Gemeinde liebt (V. 14). Wahre Liebe geht so weit, dass wir füreinander bereit sind, das Leben hinzugeben, wie Jesus!