Markus-03b: Teil 2 (Verse 20-35)

Jesus, der Diener

DER DIENST JESU IN GALILÄA
(Fortsetzung)

 

  

JESUS WIRD HEFTIG ANGEZWEIFELT UND ANGEGRIFFEN (V. 20-35)

Verse 20-21: Von seinen Verwandten.
Immer wieder kommt Jesus zurück in seine Stadt Kafarnaum. Jesus und seine Jünger hatten kaum Zeit um zu essen (Mk 6,31; Joh 4,34). Jesus diente und diente ohne Rücksicht auf seine physische Kondition. Die Angehörigen Jesu kamen zum Schluss, dass Jesus von Sinnen sei. Deshalb wollten sie ihn gewaltsam nach Hause bringen.

Matthäus 10,35-36:
Wenn es ums Arbeiten geht können wir uns an Jesus ein Vorbild nehmen! Gott gab jedem von uns Talente, die wir in der Arbeit einsetzen können. Jede Arbeit die uns aufgetragen wird, sollten wir als Christen gewissenhaft und mit viel Fleiss verrichten. Christen sind keine Minimalisten!

Paulus lehrte die Gläubigen: 2. Thessalonicher 3,6-15.
Ein Unordentlicher ist ein Arbeitsverweigerer (Vers 11; Eph 4,28). Wir sollen uns zurückziehen von Unordentlichen (d. h. Gemeinschaft entziehen, Vers 14 und 15 - zuerst jedoch ermahnen, 1Thess 5,12-14). Wir sollen das Beispiel Paulus, der Apostel und Jesus nachahmen. Wir sollen die Überlieferung festhalten (Vers 10!). Wir sollen still arbeiten, eigenes Brot essen (1Thess 4,10b-12; Gen 3,19). Wir sollen keine Gemeinschaft mit unbussfertigen Sündern haben: 1Kor 5,9-13.

Verse 22-30: Von den Schriftgelehrten.
Jesus wurde nicht nur von seinen Angehörigen angezweifelt und heftig verurteilt, sondern ganz besonders auch von den Schriftgelehrten. Die vorliegende Anklage ist eine gotteslästerliche Unterstellung! Mit anderen Worten sagten sie, dass Jesus vom Teufel besessen sei und für ihn arbeite.

Bezeichnungen für den Teufel:

- Beelzebul = Herr der Wohnung

- Beelzebub = Herr der Fliegen

- Teufel, Diabolos = Durcheinanderwerfer (ballo = werfen)

- Lukas 16,1 (diaballo)

- Matthäus 13,39 (diabolos)

- 1. Johannes 3,7-10 (diabolos). In diesem Abschnitt begegnen wir mehrmals dem griechischen Begriff „diabolos”. Wir sehen auch, dass der Teufel mit Sünde, Hass und Zerstörung zu tun hat.

Wie kann man also jemand erkennen, der vom Teufel besessen ist? - Das Ziel des Teufels ist es, göttliche Prinzipien mit seinen eigenen Prinzipien zu vermischen und durcheinander zu bringen, so dass der Mensch meint er tue den Willen Gottes, dabei Gott missfällt. Vom Teufel besessen zu sein bedeutet von der Macht der Finsternis und des Bösen beherrscht zu werden! Dämon = Teufel, Satan, böse Mächte usw. Satan = Gegner, Widersacher (Offb 20,2).

Erschreckende Gegensätze zwischen Gott und dem Teufel:

- Der heilige Geist Gottes ist der Geist der Wahrheit - der Teufel ist der Vater aller Lüge (1Joh 2,21).

- Der heilige Geist Gottes ist ein lebenspendender Geist - der Teufel war ein Mörder von Anfang an (Joh 8,44).

- Der heilige Geist Gottes ist unser Tröster und Fürsprecher (1Joh 2,1) - der Teufel ist unser Verleumder, Ankläger (Offb 12,10).

Trotz dieser schweren Anklage blieb Jesus ruhig. Er antwortete mit grosser Besonnenheit. Die Antwort stellte seine Gegner in den Schatten und zeigte, wie unüberlegt sie Jesus anklagten. Wenn Jesus für den Chef der Dämonen arbeiten würde, dann würde er nicht Dämonen austreiben, sondern vielmehr sich bemühen, Dämonen in den Menschen zu vermehren:

Johannes 10,19-21 (kann ein Dämon Blinde heilen?):
Kann ein Dämon einen andern Dämon aus einem Menschen treiben?
Jesus machte klar, dass die Dämonenaustreibungen seine Überlegenheit über Satan, nicht aber seine Abhängigkeit ausweisen.

Matthäus 12,30 (Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich ...).

Wie können wir als Gläubige gegen den heiligen Geist sündigen, dass uns nicht mehr vergeben werden kann?

Hebräer 10,26-31:
Wenn wir vorsätzlich sündigen ohne Reue (V. 25). Wenn wir einander nicht zu guten Werken anspornen, sondern Sünde in der Gemeinde zulassen (V. 24). Wenn wir zwar die Erkenntnis der Wahrheit besitzen, aber dauerhaft ungehorsam sind (V. 26) bis wir schliesslich vom Glauben ganz abfallen.

1. Johannes 5,16-21:
Die Sünde zum Tod ist wie die Sünde gegen den Heiligen Geist. Wer nicht einsichtig wird und seine Sünden nicht bekennt und umkehrt, der sündigt gegen den heiligen Geist. Es ist wie mit einem Menschen, der mit einer dünnen Schnur an einen Stuhl angebunden wird. Jedes Mal, wenn er von neuem umwickelt wird, fällt es schwerer sich loszulösen. Genauso verhält es sich mit der Sünde, wenn wir sie zu lassen ohne sie zu bereuen!

Matthäus 26,69-75 (Verleugnung des Petrus):
Petrus versündigte sich dreimal. Doch er bereute sein Vergehen und weinte bitterlich. Deshalb wurde ihm selbst dieses schwere Vergehen vergeben.

Matthäus 27,3-10 (Verrat des Judas Iskariot):
Jede Sünde kann vergeben werden, solange der, der sie verübt hat, reuig wird. Ist jedoch keine Reue da, sondern entsteht eine Verhärtung des Herzens, dann muss von Sünde gegen den Heiligen Geist gesprochen werden (Mt 3,7-9). Obschon Judas seine Sünde erkannte, kehrte er Gott ganz den Rücken zu, indem er aufgab und sich erhängte. Das ist Sünde, die sogar zum fleischlichen Tod führte!

In der vorliegenden Stelle sagt Jesus demütig, dass alles was Menschen gegen ihn sagen, vergeben werden kann, was sie aber gegen den Heiligen Geist sagen, ihnen nicht vergeben werden kann. Lästerungen wider den heiligen Geist können mündlich, d. h. verbal ausgedrückt werden, oder nur gedacht werden. Sie sind eine dauerhafte Verhärtung des Herzens gegenüber Gottes Geist:

Jakobus 4,6-7:
Gott widersteht den Hochmütigen. Wir sollen also dem Teufel widerstehen und nicht Gott.

1. Petrus 5,8-9:
Dem Widersacher sollen wir widerstehen. Wir sollen den brüllenden Löwen geistig hören lernen, damit wir aufwachen und im Glauben feststehen. Ein Mensch kann sein Herz so verhärten, dass er nicht mehr erreicht werden kann mit Gottes Warnungen vor dem brüllenden Löwen.

Offenbarung 3,14-22:
Wie kann die Sünde gegen den Heiligen Geist vermieden werden? Gottes Wort ruft uns zur Busse und zur Umkehr auf. Wir werden aufgerufen „Heute“ zu handeln, bevor es zu spät ist! Laodizea war eine Gemeinde, die mit dem Glauben nicht ernst machte. Sie war dabei, den Geist auszulöschen (1Thess 5,19). Mit einer letzten Aufforderung warnt nun der Heilige Geist die lauwarme Gemeinde. Denn sie macht sich selbst etwas vor. Sie meint sie sei reich im Glauben und weiss nicht wie elend sie vor Gottes Augen in Wirklichkeit ist. Nur wenn wir gegen die Sünde wachsam sind, wie gegen einen brüllenden Löwen, lassen wir den Geist Gottes an uns arbeiten und können im Kampf gegen die Sünde bestehen. Dazu braucht es viel Demut und ein ehrliches Herz das bereit ist, sich ermahnen zu lassen, sich verändern zu lassen.

Verse 31-35: Rechtfertigung über die wahren Verwandten Jesu.

Lukas 2,41-52 (Jesus lehrt im Tempel) :
Jesus hörte zu und fragte die Lehrer (V. 46). Jesus ist uns auch im Lernen ein Vorbild. Viele Menschen wollen gar nichts lernen und schon gar nicht zuhören. Sie haben auch keine Fragen. Sie wollen sich auch nicht regelmässig an einem bestimmten Ort versammeln. Jesus gibt uns in dem ein Beispiel. Er wollte in der Familie Gottes sein. Er hatte Verlangen nach der geistigen Familie und nach der geistigen Gemeinschaft (Lk 22,15).

 

Schlussfolgerungen

Auch wir bilden als Gemeinde eine geistliche Familie. In der Familie Gottes werden wir nicht nur im Wort Gottes unterrichtet, sondern finden auch für andere Bedürfnisse unsere Befriedigung. Wir finden persönliche Freunde in der Gemeinde, die miteinander Freud und Leid teilen (1Kor 12,26-27). Wir werden eingeladen und laden andere ein zum Essen usw. Wir sorgen füreinander in der geistlichen Familie und dienen einander durch die Liebe Christi.

Johannes 15,12-15 (Jesus nennt seine Nachfolger „Freunde“):
Hier erkennen wir das wichtigste Gebot, das Jesus seinen Nachfolgern gibt: die Liebe füreinander! Lieben heisst einander annehmen so wie wir sind. Lieben heisst einander dienen dort wo der einzelne es nötig hat. Lieben besteht im Geben und nicht im Nehmen (Apg 20,35). Nur wenn wir einander mit der Liebe Christi begegnen, kann die Welt erkennen, dass wir Christi Gemeinde sind und wir können viel Frucht tragen.