Jesus, der Diener
DER DIENST JESU IN GALILÄA
(Fortsetzung)
DAS GLEICHNIS VOM SÄMANN (V. 1-25)
Das vorliegende Gleichnis erzählte Jesus am Ufer des galiläischen Sees, in der Gegend von Kafarnaum. Jedermann hatte in Palästina schon gesehen, wie die Bauern im Frühjahr langsam über ihre Felder schritten und mit weitem Schwung den Samen ausstreuten. Obschon es der gleiche Same ist, der überall hinfällt, kann er nicht überall Frucht bringen. Das liegt nicht am Samen und auch nicht am Sämann. Vielmehr ist einzig der Boden dafür verantwortlich, auf dem der Samen fällt.
Jesus beginnt das Gleichnis mit den Worten: „höret!“ Er endet das Gleichnis wiederum mit den Worten: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
Das Gleichnis enthält eine grosse Lektion.
Wie könnte diese Lektion formuliert werden? Welchen Titel könnte man dem Gleichnis geben? Zum Beispiel:
- Das Gleichnis vom Sämann und seine Deutung.
- Die Verantwortung des Hörens.
- Gebt acht, wie ihr hört (V. 24)!
Auslegung des Gleichnisses:
1. Sämann = Verkündiger des Wortes (Lk 8,11)
2. Same = Wort (V. 14)
3. Boden, Acker = das menschliche Herz (Lk 8,15)
4. Vögel = Satan (V. 15)
5. Sonne = Trübsal und Verfolgung (V. 17)
6. Dornen = Sorgen der Welt, Trug des Reichtums, Begierden nach weltl. Dingen (V. 19)
7. Frucht = unterschiedliche Talente (V. 20)
Die vier Arten des Feldes veranschaulichen den unterschiedlichen Zustand der Herzen:
1. Der Weg
Dieser Boden ist so hart, dass der Same keine Möglichkeit hat, einzudringen. So sind manche Menschen beschaffen. Sie hören zwar die Botschaft Gottes, aber das ist ganz umsonst.
Matthäus 13,14-17:
Hier zitiert Jesus eine Stelle aus Jesaja 6. Viele von seinen Zuhörern verstanden das Gleichnis nicht, weil ihre Herzen so verstockt waren, wie zu Jesajas Zeiten. Das Herz des Menschen kann so hart werden wie ein festgetretener Weg. Wie kann so etwas geschehen? Die Sünde ist es, die das Gewissen verhärtet! Viele Menschen treiben Empfängnisverhütung auf geistigem Gebiet.
Hebräer 3,12-13:
Hier sagt uns der Heilige Geist, dass wir uns täglich ermahnen lassen sollen. Wie das Feld, so muss auch das menschliche Herz ständig beackert und umgestochen werden, damit es für die kostbare Saat empfängnisbereit ist. Jede Ablehnung und jedes widerstreben gegenüber dem Wille Gottes wirkt auf das Gewissen wie die Schritte vieler Menschen, die den Ackerboden hart treten. Das kann so weit führen, dass unser Herz hart und unempfindlich wird. Diese Verhärtung geschieht durch den Betrug der Sünde (V. 13)! Darum sollen wir uns ermahnen lassen und heute, d. h. sofort ablassen von jedem falschen Lebenswandel, der unser Leben zerstört! Die Aufgabe eines Bibellehrers ist es, zu ermahnen und zu warnen (damit der Boden des Herzens aufgelockert wird) damit niemand vom lebendigen Gott abfällt (1Thess 3,10).
Sprüche 28,13-14:
Warum kommt der nicht zum Ziel, der seine Sünde verheimlichen will? Weil dabei sein Herz immer härter (hart getreten) wird, bis er nichts mehr fühlt in seinem Gewissen. Wie können wir dem Abstumpfen unseres Gewissens vorbeugen?
Sprüche 18,15:
Ein einsichtiges Herz such nach Weisheit! Ein weises Ohr strebt nach Erkenntnis! Jünger sein bedeutet allezeit bereit zu sein von Christus zu lernen und das Leben verbessern zu wollen! Das Rezept zur Vorbeugung ist das Hören auf Gottes Rat (Joh 5,24). Was passiert also mit dem harten Boden, bei dem der Same nicht eindringen kann? Er ist mit einem Herz zu vergleichen, das zwar Gottes Wort hört, aber es nicht aufnimmt. Die Folge ist, dass der Same verdorrt, oder Satan (= Vögel) das Wort auffrisst (Mk 4,14-15).
2. Der felsige Boden
Es gibt immer wieder Menschen, die sich gefühlsmässig schnell für die Nachfolge Jesu entschliessen. Doch leider haben sie die Kosten nicht genügend berechnet.
Lukas 14,27-33:
Wenn jemand einen Turm oder ein Haus bauen will, was macht er dann normalerweise? Er sagt nicht: „Heute fange ich an und dann werden wir sehen, wie es weitergeht, irgendwie wird es schon gehen. Er sitzt vielmehr hin und berechnet möglichst genau alle Kosten und macht genaue Pläne wie er sein Ziel erreichen kann! Genauso ist es in der Nachfolge Jesu! Jesu Bedingungen sind klar und kompromisslos. Sie schrecken den oberflächlichen Nachfolger ab. Jesus verheimlicht nicht die Schwierigkeiten, um möglichst viele Menschen zur Nachfolge zu gewinnen. Nur wer sich ganz hingibt und allem entsagen will, der darf Jesu Jünger sein! Ein halber oder oberflächlicher Glaube ist mit einem felsigen Boden zu vergleichen, der nur eine dünne Erdschicht auf felsigem Untergrund aufweist.
Was ist die Folge?
Der Same kann zwar in die Erde dringen und schnell aufgehen. Doch er kann nicht genügend Wurzel schlagen, die dem Boden die nötige Nahrung entzieht. Die Folge ist, dass die Saat abstirbt, weil sie beim ersten Ausbleiben des Regens durch die Sonne ausgetrocknet wird und verdorrt. Obwohl viele Menschen am Anfang leicht zu begeistern sind für Gottes Wort, so ist ihr Glaube nur äusserlich. Sie sind Menschen des Augenblicks. Sobald Schwierigkeiten auftauchen, geben sie wieder auf, weil sie durch Versuchungen und Leiden, die über sie kommen, innerlich ausgetrocknet werden (Mk 4,16-17).
Johannes 12,24-26:
Wir wissen, dass ein Weizenkorn im Boden zuerst absterben muss bevor es Frucht bringen kann. Genauso muss auch der Mensch Abschied nehmen von dem fleischlichen Lebensstil und allem was Gott nicht gefällt. Er muss innerlich absterben und erst dann kann in seinem Herzen eine gesunde Frucht entstehen. Es geht nicht mehr darum, dass wir uns selbst dienen, sondern dem Vater. Die Folge des Absterbens und dem Vater zu dienen ist Ehre.
3. Der dornige Boden
Er repräsentiert den (gottlosen) Menschen, der so beschäftigt ist, dass er für Gott keine Zeit hat. Er sorgt sich zu sehr um das vergängliche Leben; Geld, Wohnung, Essen, Kleider usw. (Mt 6,19-25). Das ist die letzte Gelegenheit, auf die der Teufel hofft, um uns Christen am Ende doch noch für sich zu gewinnen. Wenn wir uns als Christen nicht ständig erneuern lassen durch das Wort Gottes, dann geben wir den Dornen des Lebens die Gelegenheit zu wachsen, ohne dass wir es rechtzeitig bemerken. Schon vielen ist es so ergangen, dass sie, ohne es zu merken, langsam vom Glauben abgefallen sind (wie von der Strömung des Meeres): Kol 3,1-6.
Zu den Dornen zählt alles, was Christus aus unserem Leben verdrängt. Niemand kann auf einem dornigen Acker eine gute Ernte erzielen, weil das Unkraut jede gute Saat zu ersticken droht (Mk 4,18-19). Aber Dornen können bekämpft und ausgerottet werden! Genau das ist es auch, was Gott von uns verlangt, damit das Reich immer wieder an erster Stelle in unserem Leben steht.
Matthäus 6,33 ... zuerst sein Reich suchen! Jesus liess sich vom Teufel nicht versuchen, der ihm „alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit“ zeigte, sondern sagte (Mt 4,10): „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ Gott will, dass wir ihn anbeten und ihm allein Ehre und Dank erweisen (z. B. Sonntagmorgen ist eine gute Gelegenheit dazu: Hebr 10,24-25).
4. Der gute Boden
Hier und nur hier erlangt der Bauer den Lohn für seine Mühe. Der Same kann aufgehen, Wurzel schlagen und schliesslich Frucht tragen.
1. Petrus 1,23-25:
Wir sind nicht aus vergänglichem Samen wiedergeboren worden. Deshalb ist es wichtig, dass wir eine geistliche Gesinnung pflegen, damit der unvergängliche geistige Same in unseren Herzen Wurzel schlagen - und viel Frucht bringen kann.
Römer 8,5-11:
Der geistige Same soll von unseren Herzen aufgenommen werden und wachsen. Unser Boden soll empfänglich und fruchtbar sein für den Willen Gottes. Unsere Talente sollen dem Herrn ganz zur Verfügung gestellt werden, um so vielfältig Frucht zu bringen (Mk 4,20).
Wie ist dein Herzensboden beschaffen?
Ist er vielleicht hart wie der festgetretene Weg? Oder hast du deinen Glauben mehr auf Gefühle als auf persönliche Erfahrungen und Überzeugungen aufgebaut? Ist dein geistliches Leben mit so vielen Dingen ausgefüllt, dass es in Gefahr steht? Oder bringst du gesunde Frucht? Welche Art von Früchten bringt dein Leben hervor und wie vielfältig sind sie? – Johannes 15,4-8 (Gal 5,22).
Wie jeder von uns das Wort aufnimmt, bestimmt jeder selbst. Jesus Christus mit seiner ganzen Liebe und Barmherzigkeit, kann niemand retten, der sich das Wort nicht im Herzen einpflanzen lassen will (Jak 1,21).
Von welchem Geheimnis spricht Jesus in diesem Gleichnis (V. 10-13)?
Das Geheimnis vom Reich Gottes (V. 11). Es ist das Geheimnis, wie man in das Reich Gottes kommt. Wie geschieht das? Es geschieht durch: Lernwilligkeit und Bereitschaft zur Veränderung. Zuhören, Verstehen und Annehmen. Treue, Ausdauer und viel Fleiss.
Was ist mit diesem Licht gemeint (V. 21-25)?
Der Same ist dazu da, um Frucht zu bringen und nicht am Boden zu verdorren! Das Licht ist dazu da, um für alle zu scheinen und nicht um unter das Bett gestellt zu werden; dort nützt es nichts! Unsere Ohren sind von Gott geschaffen worden, um das Wort der Wahrheit zu hören, damit wir gerettet werden und nicht verloren gehen, sonst nützen uns die Ohren nicht viel! Alle diese Worte enthalten mit tiefem Ernst die Mahnung: „Lasst die Saat nicht verderben, das Licht nicht verdunkeln, das Wort nicht ungehört lassen, sondern ringt danach, dass ihr das Wort fassen und bewahren könnt!“ Wir können selbst entscheiden, welcher Boden wir sein wollen!