Hebräer-01: Die Herrlichkeit Christi

Christus ist besser als der alte Bund

 

 

VERSE 1-2a: JESUS IST HÖHER ALS DIE PROPHETEN

Gott hat damals durch die alttestamentlichen Propheten zu den Menschen gesprochen, d. h. während der Zeit des mosaischen Gesetzes (Mt 22,31-32; Joh 10,35). Wenn wir wissen wollen, was Gott sprach, dann können wir die ganze alttestamentliche Geschichte lesen und die Prophetenbücher studieren (3,7; Ps 95,7). Im AT war Gott bekannt als Elohim (Einzahl, Eloah): der Allmächtige (Gen 1,1.26). Später offenbarte sich Gott dem Mose als Yahweh (Ex 3,14; 6,3): Der Ewigseiende oder der existierende und lebendige Gott, der „Ich bin“ (YHWH). „Ich bin, der ich bin“ (Elberfelder). „Ich werde sein, der ich sein werde“ (Zürcher). Weil „YHWH“ eine Form der dritten Person ist, wird mehr auf die zukünftigen Taten Gottes in der Geschichte Bezug genommen als auf seine ewige Existenz. Es geht also nicht so sehr um einen bestimmten Namen, den sich Gott gibt. Es geht vielmehr um ein Wortspiel, das Gottes Wirken beschreibt. Wie z. B. im Hesekiel immer wieder betont wird (Ez 6,7): „... ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin!“

Doch nun ist ein neues Zeitalter angebrochen: Die Zeit nach dem Gesetz Mose.

Die Bibel unterscheidet zwischen drei Zeitepochen (Röm 5,13; Gal 3,23-25):

- Die Zeit vor dem Gesetz (Gen 1 - Ex 20).

- Die Zeit während des Gesetzes (Ex 20 - Mt 28).

- Die Zeit nach dem Gesetz (Apg 2 - Offb 22).

Sie begann zu Pfingsten, nach der Auferstehung Christi. Sie endet mit der Wiederkunft Christi. In der Zeitepoche nach dem Gesetz bis zur Wiederkunft Christi spricht Gott auch zu uns, d. h. zur ganzen Welt aller Generationen. Diese Zeitepoche wird als „Ende dieser Tage“ bezeichnet (1Petr 1,20; Jud 18). Die apostolischen Schreiber bezeichnen diese letzte Zeitepoche auch als „die letzten Tage“ (Apg 2,17; Jak 5,3). Die Zeit nach dem Gesetz kann als das messianische Zeitalter betrachtet werden. Diese biblischen Ausdrücke offenbaren uns ganz deutlich, dass es keine weiteren letzten Tage mehr geben wird, wie z. B. das tausendjährige Friedensreich. Der alte Bund fand ein Ende in Jesus (Röm 10,4). Im Gegensatz dazu steht der neue Bund, der niemals ein Ende finden wird. Der neue Bund hat einen ewigen Charakter. Er spricht von der ewigen Leiterschaft, Priesterschaft, Sohnschaft usw.

Gott hat zu uns geredet (die Zeitform des Verbs „reden ist der Aorist), d. h. dass Gott seine Rede abgeschlossen hat und nicht länger zu den Menschen spricht. Gott sprach zu uns durch seinen Sohn (Mt 21,38). Gottes Sohn, der höher ist als die Propheten, sprach direkt zu uns (Joh 12,49-50). Gottes Sohn sprach durch seine Apostel und Propheten (Eph 3,3-6; 1Joh 4,6). Es gilt nur noch auf den Sohn zu hören (Mt 17,1-8; Mk 9,2-7; Lk 9,28-36). Alles, was für uns aufgeschrieben wurde, im Kanon der Bibel, ist Gottes Wort. Jesus Christus hat seinen Aposteln den Auftrag gegeben in seinem Namen zu uns zu sprechen (Apg 1,8; 1Thess 4,15; 1Kor 7,10; 14,37). Das taten seine Diener in mündlicher und schriftlicher Form (siehe Paulus, Petrus, Johannes usw.). Wer die Apostel und Propheten hört, der hört Jesus (Mt 10,40). Als sie starben, endete die mündliche Verkündigung der Offenbarungen Gottes an die Menschen. Gottes Offenbarungen sind abgeschlossen und aufgeschrieben worden für uns. Sie bedürfen keine weiteren Ergänzungen (Jud 3; 2Petr 1,3). Sie können alle im Kanon der Bibel nachgelesen und studiert werden (Gal 6,16; 1,9). Wer behauptet, es brauche auch heute weitere Offenbarungen Gottes, der sagt, dass Gott durch seinen Sohn noch nicht alles abschliessend kundgetan hat (2Petr 2,1-3; 3,2). Damit wird Tür und Tor geöffnet für ein verdrehtes Evangelium (Mt 15,9). Für alle Nachfolger Jesu gilt, in Seinen Worten zu bleiben (Mt 24,35; Joh 8,31-32). Der einzige Weg zum Vater führt über den Sohn (Joh 14,1-6).

 

VERSE 2b-3: EINLEITUNG ZU DEN VERSEN

Es werden sieben Aussagen gemacht. Alle Sieben geben Auskunft über Jesus Christus, seine göttliche Natur und Herrlichkeit. Lasst uns diese göttlichen Eigenschaften im Zusammenhang mit unserer Beziehung zu Christus betrachten.

 

Vers 2b: Jesus ist der Erbe aller Dinge
Wenn wir in der Welt an einen Erben denken, dann hat das immer den Tod des Vorgängers, d. h. des Vaters zur Folge. Doch Gott stirbt nie, denn ER ist ein ewiger Vater, der nicht altert. Trotzdem übergab Gott seinem einzigen Sohn die volle Erbschaft.

Jesus hat alles geerbt, was es zu erben gibt, sei es im Himmel oder auf Erden. Gott vertraute ihm alle Bereiche seiner Herrschaft an (Ps 2,8). Jesus ist auch das Haupt der Gemeinde (Kol 1,18; Eph 1,22-23). Alles hat Gott IHM „unter die Füsse gelegt“ (Hebr 2,5-9). Christus hat ein Eigentumsrecht an uns und an allen Dingen.

Darum gehören wir Christus, Christus aber gehört Gott. Alles, was nun Christus gehört, wird auch uns gehören. Paulus sagt (1Kor 3,23): „Alles ist euer, ihr aber gehört Christus, Christus aber Gott.“

Es ist überwältigend, was für eine Herrlichkeit Gott uns bereit hält im Himmel! Wir sind die Erben seines wunderschönen Reichs (Jak 2,5). Wir sind Söhne und Töchter Gottes geworden, durch Jesus Christus (1Joh 3,1).

 

Vers 2c: Jesus ist der Schöpfer der Welten
Mit den Welten ist nicht bloss die Erde, sondern das ganze Universum gemeint. Jesus hatte Teil an der ganzen Schöpfung und nichts wurde ohne seine Zustimmung geschaffen (1Kor 8,6). Jesus war schon von Anfang an dabei, denn ER ist das Wort (Joh 1,1-3). Durch Gottes Wort, d. h. durch Jesus Christus wurden die Welten geschaffen (Hebr 11,3).

Ein Priester aus Alexandria, mit dem Namen Arius (250-336 n. Chr.), behauptete, dass Jesus bloss ein geschaffenes Wesen sei. Der griechische Patriarch Athanasius (293-373 n. Chr.) entkräftete diese Behauptung, mit dem ersten Kapitel aus dem Johannesevangelium. Er sagte, wenn Jesus der Schöpfer der Welten war, dann kann er kein geschaffenes Wesen sein. Jeder, der heute noch behauptet, dass Jesus ein geschaffener Erzengel sei, dem können wir das mit denselben biblischen Argumenten (aus Joh 1) widerlegen. Ein klarer Hinweis auf die Gegenwart Jesu bei der Schöpfung liegt im Wort Elohim (ist plural von Eloah = Allmächtiger Gott), wo gesagt wird: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (Gen 1,1). „Lasst uns Menschen machen als unser Bild ...“ (Gen 1,26). Der Vater und der Sohn können voneinander nicht getrennt werden.

Gottes überwältigende Schöpfermacht darf auch nicht auf unseren kleinen Menschenverstand beschränkt werden. Vieles werden wir als Menschen nie richtig verstehen. Diese Schöpfung übersteigt jeden menschlichen Verstand. Nichts ist dem allmächtigen Gott unmöglich! Die Schöpfung soll uns Menschen aufzeigen, wie klein und beschränkt wir sind im Verhältnis zu Elohim. Alles, was die Wissenschaft herausgefunden hat über die Erde und das Weltall, kann uns nur ins Staunen versetzen. Alles Geschaffene erfüllt seinen ganz bestimmten Sinn und Zweck. Es gibt nichts Unnötiges, oder Unbrauchbares. Gott hat auch nichts dem Zufall überlassen. Wir haben so eine beschränkte Erkenntnis über Gottes Schöpfung, dass es eine Anmassung ist, Behauptungen aufzustellen über ihre Entstehung. Keiner von uns war dabei, als die Welten entstanden. Keiner weiss, wie es geschah. Wir wissen nur, dass es im Schöpfungsbericht immer wieder heisst (Gen 1): „Und Gott sprach und so geschah es.“

Obwohl Gottes Wesen tausendmal grösser und höher ist als wir Menschen, so ist ER doch nicht zu gross, um sich um seine Geschöpfe zu kümmern. Gott liebt seine Geschöpfe, wie wir unser neugeborenes Kind oder Enkelkind lieben (Joh 3,16). Gott sorgt sich so um uns, dass jedes Haar auf unserem Haupt gezählt ist (Lk 12,6-7). In Gottes Augen sind wir von unschätzbarem Wert.

 

Vers 3a: Jesus ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit
Es wird angenommen, dass die Sprache der ersten drei Verse im Hebräer aus einem Gemeindelied stammt, das früher die Christen gesungen haben.

Wenn von Abglanz die Rede ist, dann bedeutet das nicht ein Abglanz wie z. B. der Mond von der Sonne. Damit würden wir Jesus abschwächen in seinem Wesen als vollwertige Gottheit. Vielmehr ist es so zu verstehen, dass Jesus Gottes Herrlichkeit in vollkommener Weise ausstrahlt.

Kolosser 1,15: „Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes.“

Philipper 2,6: „Er, der doch von göttlichem Wesen war“ (er war Gott gleich).

Im AT war Gottes Herrlichkeit ein helles Licht, das noch durch das verhüllte Angesicht Mose hindurchstrahlte, als er aus dem Zelt der Begegnung kam (Ex 34,29-35).

Als Jesus mit ein paar Jüngern auf einen Berg stieg, da wurde er vor ihren Augen verwandelt und es heisst (Mt 17,2): „... und sein Angesicht strahlte wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiss wie das Licht.“ Dieser Abglanz Jesu von Gottes Herrlichkeit klärte die Jünger darüber auf, dass sie nicht mehr länger auf Mose, sondern nur noch auf Christus hören sollen. Das bestätigte Gott mit seiner Stimme aus der Wolke, indem er sagte: „Auf ihn [allein] sollt ihr hören!“ Die Herrlichkeit, die hier beschrieben wird zeigt, dass in Christus tatsächlich die ganze Fülle von Gottes Wesen wohnt (Kol 2,9).

Die Herrlichkeit Christi ist herrlicher als das wunderschöne und riesige Tempelgebäude in Jerusalem, das schliesslich zerstört wurde (70 n. Chr.). Gottes Herrlichkeit hatte den Tempel längst verlassen (Ez. 10). Gottes Herrlichkeit erschien erst wieder in seinem Sohn (Joh 1,14; 2,11). Gott hat sich durch seinen Sohn uns Menschen offenbart. Auch wir, die übrigen Gläubigen des Neuen Bundes profitieren von der Herrlichkeit Christi, von dem wir das ewige Heil empfangen (Lk 1,69; Apg 4,12; Eph 1,13).

 

Vers 3b: Jesus ist das Abbild von Gottes Wesen
Das Wort Abbild lautet im Griechischen „Charakter“ (χαρακτήρ) und bedeutet nicht dasselbe, wie in der deutschen Sprache. Es bedeutet Siegel oder Stempel, etwas Eingegrabenes. Das Siegel ist der Abdruck, das im Wachs zurückbleibt. Der Abdruck hat genau dieselbe Form wie das Siegel. Bis ins kleinste Detail gibt der Abdruck die Gestalt des Siegels wieder. Genauso ist Jesus das Ebenbild oder Abbild Gottes. In IHM drückt sich Gott aus. Wie der Stempel ein genauer Abdruck des Siegels ist, so erkennen wir, wer Gott ist, wenn wir auf Jesus schauen. Wer Jesus gesehen hat, der hat den Vater gesehen (Joh 14,9). Denn Jesus und der Vater sind eins (Joh 10,30; 17,20-21), d. h. von derselben Art, von demselben Wesen (ὑπόστασις).

Wenn Jesus das vollkommene Abbild Gottes ist, dann besitzt ER dieselbe Macht wie Gott, der Vater, und vermag uns freizusprechen von der Sünde und vom ewigen Tod.

 

Vers 3c: Jesus trägt das All mit dem Wort seiner Macht
Das ist derselbe Gedanke, wie er in Kolosser 1,17 vorkommt: „Und er ist vor allem, und alles hat in ihm seinen Bestand.“ Das Universum ist kein Chaos. Es ist kein Zufall, dass die Himmelskörper bis heute noch nicht zusammengeprallt sind. Es ist kein Zufall, dass bis heute noch kein Komet auf die Erde gefallen ist und alles Leben auf ihr zerstört hat. Es gab zwar vereinzelt Einschläge, aber die zeigen, dass dies möglich wäre. Doch Jesus trägt das Universum durch sein machtvolles Wort, das alles bewahrt und zusammenhält (2Petr 3,5-7). So wie die Welten durch Gottes machtvolles Wort entstanden sind (Hebr 11,3), so bestehen sie weiter durch das machtvolle Wort Jesu bis zum Weltende. Die Art und Weise wie unsere Erde von den Regierenden bewirtschaftet wird, zeigt deutlich, dass es immer mehr dem Ende zugeht. Doch das Ende der Welt und des Universums wird nicht von Menschen eingeleitet, sondern allein durch Gottes Wort bestimmt.

Wenn Jesus mit seinem mächtigen Wort das All trägt, dann hat er auch die Vollmacht über uns Menschen (Jes 40,21-22). Er bestimmt, wann wir leben, wie lange wir leben, wie wir leben und wann wir sterben. Jesus bestimmt, ob wir weiter leben in seinem Reich oder nicht! Jesus besitzt die Vollmacht über unsere Seelen.

 

Vers 3d: Jesus hat die Reinigung von den Sünden geschaffen
In diesem Satz liegt der Kern des Evangeliums. Unter dem Gesetz Mose gab es ohne Blutvergiessen keine Vergebung der Sünden (Hebr 9,22). Deshalb hat Jesus durch sein Opfer am Kreuz die Reinigung von unseren Sünden vollbracht. Im Gegensatz zu den Tieropfern im Alten Bund, die immer wieder stattfinden mussten, weil das Volk fortwährend sündigte, ist das Opfer Jesu vollständig. Es braucht keine weiteren Opferungen mehr, denn Jesus ist einmal für die ganze Menschheit gestorben und hat damit eine bleibende Reinigung der Sünden geschaffen (Hebr 9,26; 10,10).

Jesus kam also nicht bloss als Moralapostel auf diese Welt, als Vorbild, als grosser Prophet oder als religiöser Lehrer. Er starb auch nicht als Märtyrer. Jesus kam auf diese Welt, um uns von den Sünden zu befreien, damit wir ewiges Leben haben. Jesu Ziel war es, uns Menschen mit Gott zu versöhnen (2Kor 5,18-21). Jesus kann auch heute noch für uns eintreten bei Gott, weil er lebt (Hebr 7,25). Kein Hoher Priester konnte eine bleibende Vergebung schaffen. Die Tieropfer, die durch die Priester dargebracht wurden, hielten jeweils höchsten ein Jahr lang.

 

Vers 3e: Jesus hat sich zur Rechten der Majestät Gottes gesetzt
Jesus ist unser Erlöser! Nachdem er die Reinigung von den Sünden geschaffen hatte, setzte er sich zur rechten Seite, auf den Thron Gottes (1,13; 8,1; 10,12-13; 12,2). Das bestätigt uns Stephanus, der von den Juden gesteinigt wurde und kurz vor seinem Tod sagte (Apg 7,56): „Ich sehe die Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“ Im Hebräer wird betont, dass Jesus nun auf dem Thron sitzt und nicht länger steht. Das heisst, dass sein Erlösungswerk vollendet ist und es keine weiteren Opferungen mehr braucht. Im Gegensatz dazu standen die Priester täglich im Dienst, um die Opferungen darzubringen, die durch das Gesetz geboten waren (Hebr 10,11). Im Heiligtum gab es keine Stühle. Die jüdischen Priester arbeiteten hart, um eine mangelhafte Erlösung zu erlangen. In Hebräer 10,10 steht: „In diesem Willen sind wir ein für alle Mal geheiligt durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi.“ Das Erlösungswerk Jesu ist vollbracht. Jesus kann sich ausruhen, denn er hat sich auf den Thron gesetzt. Er regiert nun zur Rechten der Majestät Gottes (Apg 2,33-36). Der Psalm 110 wurde zur Hauptbeweisquelle der frühen Gemeinde für Jesus den Messias (Mk 12,37; Apg 2,34; 1Kor 15,25; Eph 1,20).

Gott hat Jesus Christus zum König und Retter für die ganze Menschheit gemacht (Apg 5,31). Jetzt liegt es an uns, wie weit wir diesem Wort glauben. Es liegt an uns, wie weit wir bereit sind, uns mit unserem ewigen König einzulassen. Das Erlösungswerk ist geschaffen. Das Gastmahl im Himmel steht bereit. Die entsprechenden Kleider zum grossen Fest werden jetzt ausgeteilt. Der König und alle seine Diener erwarten uns als geladene Gäste. Sind wir bereit, im irdischen Leben etwas zu erdulden und auf uns zu nehmen für dieses wunderbare himmlische Ereignis mit dem Vater, dem Sohn, dem Heiligen Geist und allen himmlischen Wesen?

 

Schlussfolgerungen
Die Herrlichkeit Christi übertrifft alles, was wir je gesehen haben mit unseren irdischen Augen. Die Nähe zu Jesus durch sein verheissungsvolles Wort erfüllt unsere Seelen schon heute mit grosser Freude. Niemand ist grösser und besser als Jesus! Jesus ist der Erbe aller Dinge. Jesus ist der Schöpfer der Welten. Jesus ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit. Jesus ist das Abbild von Gottes Wesen. Jesus trägt das All mit dem Wort seiner Macht. Jesus hat die Reinigung von den Sünden geschaffen. Jesus hat sich zur Rechten der Majestät Gottes gesetzt.

Darum, lasst uns unserem König dienen mit Freude, denn gross ist er und erhaben über alles!

 

VERS 4: JESUS IST HÖHER ALS DIE ENGEL
In den Versen 1-3 ging es um den Beweis, dass Jesus allen Propheten überlegen ist.

In den folgenden Versen geht es um Jesu Vorrang über die Engel. Die Menschen waren schon immer fasziniert von den Engeln. Sie fragen: Wer sind sie? Was tun sie? usw. (Siehe sieben Lektionen Kurs über Engelwesen!) Im Hebräer werden einige Aussagen über Engel gemacht: Kapitel 1,4.5.7.13.14. Kapitel 2,2.5.7.9.16. Kapitel 12,22; 13,2.

Der Glaube an die Engel gewann damals eine immer grössere Bedeutung. Besonders bei den Juden entwickelte sich eine Engellehre, die dazu führte, dass Engel als höchste Wesen betrachtet und verehrt wurden (Kol 2,18). Das führte dazu, dass jüdische Christen die Engel dem Sohn Gottes gleichstellten. Im späteren Judentum wurde Michael als dienender Priester im himmlischen Heiligtum angesehen. Weil das Gesetz durch Engel verkündigt wurde, hielt man sie in Ehren und war fasziniert von ihnen (Ex 20,22; Apg 7,53; Gal 3,19).

Wie interessant die Engel auch sein mögen, sie können nicht mit Jesus verglichen werden. Der Schreiber des Hebräerbriefs entkräftet die Irrlehren über die Engel mit den Worten: Jesus ist weit erhabener als die Engel (V. 4). Er hat einen viel höheren Namen geerbt als die Engel (Phil 2,8-11). Hier kommt das griechische Schlüsselwort kreiton (κρείττων) zum ersten Mal vor, das den ganzen Hebräerbrief prägt. Es bedeutet besser, hervorragender, vorzüglicher, höhersteigend, nützlicher, vorteilhafter (mächtiger, tüchtiger, gewaltiger). Jesus steht über jedem Regiment, jeder Macht, jeder Gewalt, jedem Namen, sei er im Himmel oder auf Erden (Eph 1,20-21). Im Neuen Bund brauchen wir Gläubigen weder Menschen noch übernatürliche Wesen, um Zugang zu Gott zu erlangen. Jesus Christus hat alle Hindernisse aus dem Weg geräumt und uns den direkten Zugang zu unserem lebendigen Schöpfergott ermöglicht (Kol 2,14b; Mt 27,51). In Kapitel 1 werden sieben alttestamentliche Zitate erwähnt, die einstimmig bestätigen, dass Jesus über sämtliche Engelwesen gestellt ist.

 

 

Link

– Engelwesen