Wesen Gottes
Einleitung
Wenn es Gott gibt und er mit uns Menschen eine Beziehung sucht, wie kommuniziert er denn mit uns?
In der heutigen Zeit gibt es viele die glauben, dass Gott auf direkte Weise sich ihnen zeigt und zu ihnen spricht. Bevorzugt Gott die einen, während er die anderen ignoriert? Offenbart sich der Schöpfer den einen, während er den anderen fernbleibt?
Gott spricht durch seine Schöpfung
Ps 19,2-4: „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe zeigt, dass es das Werk seiner Hände ist. Ein Tag erzählt es dem anderen, und eine Nacht gibt es der anderen weiter. Sie tun es ohne Worte, kein Laut und keine Stimme ist zu hören.”
In der Schöpfung erkennen wir den Handabdruck Gottes. Durch seine materielle Schöpfung spricht Gott ununterbrochen zu uns in allen Sprachen. Wir lernen seine Herrlichkeit und Schönheit zu verstehen, die uns glücklich und dankbar macht.
Ps 8,3-4: „Schon Säuglingen und kleinen Kindern hast du dein Lob in den Mund gelegt, damit sie deine Macht bezeugen. Das hast du so bestimmt, um deine Gegner zu beschämen, um jeden Feind und Rachsüchtigen zum Schweigen zu bringen. Wenn ich den Himmel sehe, das Werk deiner Hände, den Mond und die Sterne, die du erschaffen und ´an ihren Ort` gesetzt hast, ´dann staune ich`.”
Gottes wunderschöne Schöpfung beeindruckt und erstaunt uns und sogar seine Feinde immer wieder. Kein Wunder, weshalb sich so viele Menschen von der Natur und vom Universum angezogen fühlen. Viele ziehen es deshalb vor, Gott in der Natur zu erleben statt in der Gemeinde der Gläubigen anzubeten, was nicht Gottes Willen entspricht.
Gott spricht durch den Sonnenschein, aber auch durch Donner und Blitze, durch Stürme, Feuer und Hagel usw. (Ps 148,8). Gott spricht zu uns Menschen durch seine ganze Schöpfung.
Gott spricht durch übernatürliche Zeichen
In der Bibel lesen wir vom Volk Israel, das in der Sklavschaft Ägyptens lebte. Auf wundersame Weise auserwählte Gott den Mose (Ex 1,22; 2,10). Als er erwachsen war, berief Gott ihn zum Anführer seines Volkes. Durch Mose und die zehn Plagen zeigte der Herr seine überlegene Macht dem Pharao (Ex 5-12). Gott erklärte Mose (Ex 7,5): „Wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecke und die Israeliten aus ihrer Mitte wegführe, werden die Ägypter erkennen, dass ich der HERR bin.”
Durch grosse Zeichen und Wunder erwies Gott seine Macht auch dem Volk Israel und sprach vom Himmel her zu ihnen (Dtn 4,32-36).
- Durch übernatürliche Zeichen tränkte und speiste der Herr sein Volk in der Wüste (Ex 17,3-7; Ex 16,13).
- Der Herr begleitete sein Volk in der Wüste durch eine Wolken- und Feuersäule (Ex 13,21-22; 40,38).
- Das Wasser im Roten Meer stand wie eine Wand, damit das Volk trockenen Fusses ans andere Ufer gelangte (Ex 14,21-22).
- Das Wasser des Jordan vertrocknete, damit das Volk ins Land Kaanan eindringen konnte (Jos 4,23-24).
1Kor 10,11: „Aus dem, was mit unseren Vorfahren geschah, sollen wir eine Lehre ziehen. Die Schrift berichtet davon, um uns zu warnen – uns, die wir am Ende der Zeit leben.”
Diese übernatürlichen Zeichen Gottes geschahen, damit alle Menschen die Herrlichkeit Gottes erkennen (z. B. Joh 9,3). Sie wurden aufgeschrieben, damit wir glauben (Joh 20,30-31). Denn, wie Gott zu den Vorfahren sprach, spricht er heute zu uns durch seinen Sohn (Hebr 1,1-2).
Auch heute geschehen noch viele Wunder, die wir nicht erklären können! Sie geschehen unerwartet und ohne menschlichen Willen. Sie erinnern uns an Gottes Grösse und Macht.
Gott spricht durch Menschen
In der Vergangenheit sprach Gott auf vielerlei Weise zu den Menschen.
- Adam und Eva (Gen 1,28-30)
- Kain (Gen 4,5-6.9-12.15)
- Noah (Gen 6,13-21; 7,1-4; 8,15-17)
- Abraham (Gen 12,1-3 und viele weitere Male)
- Isaak (Gen 26,2-5)
- Jakob (Gen 28,13-15 usw.)
- Joseph (Gen 41,39)
Diese Liste kann fortgesetzt werden mit Namen wie Mose, Aaron, Josua, Samuel, David, Salomo, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, zu Jesus und seinen Aposteln usw.
2Petr 1,20-21: „In diesem Zusammenhang ist es von grösster Wichtigkeit, dass ihr Folgendes bedenkt: Keine einzige prophetische Aussage der Schrift ist das Ergebnis eigenmächtiger Überlegungen ´des jeweiligen Propheten`. Anders gesagt: Keine Prophetie hat je ihren Ursprung im Willen eines Menschen gehabt. Vielmehr haben Menschen, vom Heiligen Geist geleitet, im Auftrag Gottes geredet.”
Wir sehen, dass Gott in der Vergangenheit zu vielen auserwählten Menschen direkt sprach und schliesslich durch seinen Sohn (Hebr 1,1-2). Gott inspirierte Menschen durch den Heiligen Geist, damit sie die Wahrheit verkündeten. Heute sprechen Menschen nicht mehr direkt inspiriert vom Heiligen Geist Gottes, weil alles vollständig aufgeschrieben wurde, was notwendig ist für unser Heil (2Petr 1,3).
Es wäre einiges einfacher, wenn Gott auch heute noch Menschen direkt inspiriert, sodass sie uns seine Wahrheit mitteilen könnten (Apg 4,23). Das würde uns befreien vom vielen Studieren und von der anstrengenden Arbeit in der Bibel. Doch der Glaube ist nicht so einfach; er erfordert viel Kraft zum Lesen des Wortes Gottes und viele Nachforschungen zum richtigen Verständnis.
Gott spricht durch sein inspiriertes Wort
Jud 3: „Meine Geliebten! Es ist das Ziel all meiner Bemühungen, euch von dem Heil zu schreiben, das unser aller Heil ist; darum halte ich es für notwendig, euch mit diesem Brief zu ermahnen, für den Glauben zu kämpfen, der den Heiligen ein für alle Mal anvertraut worden ist.”
Der Heilsplan Gottes steht (Eph 1,3-9). Das Heil wurde uns schriftlich und vollständig überliefert durch die inspirierten heiligen Schriften (die Bibel). Es braucht keine weiteren Offenbarungen mehr, denn alles wurde gesagt, was uns zum Heil dient und zum Glauben an Jesus Christus. Es gilt nur noch das überlieferte Wort Gottes: Sola scriptura.
Gottes inspirierte Schriften reichen völlig aus, um unseren Glauben aufzubauen.
2Tim 3,16-17: „Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit. So wird der Mensch Gottes vollkommen sein, befähigt zu jedem guten Werk.”
Mt 7,24-27: „Darum gleicht jeder, der meine Worte hört und danach handelt, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es nicht ein; es ist auf felsigen Grund gebaut. Jeder aber, der meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf sandigen Boden baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es ein und wird völlig zerstört.”
Es gilt, auf das gehörte Evangelium zu achten, damit wir nicht am Heil vorbeitreiben (Hebr 2,1): „Das alles macht deutlich, dass wir uns nicht entschieden genug an die Botschaft halten können, die wir gehört haben, weil wir sonst in der Gefahr sind, vom Weg abzukommen.”
Das Grundprinzip der vollständigen Offenbarung Gottes lautet; wer irgendetwas hinzufügt oder hinwegnimmt wird bestraft:
Offb 22,18-19: „Ich bezeuge es jedem, der die Worte der Weissagung, die in diesem Buch aufgeschrieben sind, hört: Wer ihnen etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, die in diesem Buch aufgeschrieben sind. Und wer etwas wegnimmt von den Worten dieses Buches der Weissagung, dessen Anteil wird Gott wegnehmen vom Baum des Lebens und von der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.”
Gal 1,6-9: „Ich wundere mich, dass ihr so rasch dem abspenstig werdet, der euch in der Gnade Christi berufen hat, und euch einem anderen Evangelium zuwendet, das es gar nicht gibt. Was es hingegen gibt, sind einige, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verdrehen wollen. Jedoch, selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas als Evangelium verkündigten, das dem widerspricht, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Verflucht sei er! Wie wir schon früher gesagt haben, so sage ich jetzt aufs Neue: Wer euch etwas als Evangelium verkündigt, das dem, was ihr empfangen habt, widerspricht, sei verflucht!”