Numeri-17: Der grünende Stab Aarons

Wüstenwanderung

 

 

Einleitung
Es gibt in den neuen Übersetzungen eine neue Aufteilung von Numeri 16 und 17. Das Kapitel 16 hat nur noch 35 Verse (statt 50) und das Kapitel 17 hat neu 28 Verse (statt 13). Die Übersetzung stammt aus einer anderen Quelle. Der Text bleibt derselbe.

ZWÖLFTES MURREN (12 von 15)

Sechste Szene (Num 17,1-15 oder Num 16,35-50)
Aus den geweihten Räucherpfannen, die zum Dienst am heiligen Zelt gehörten, wurden Blechplatten für den Überzug des Räucheraltars hergestellt, die als warnendes Erinnerungs-zeichen an diese Tragödie in der Wüste dienten (V. 1-4). Zudem durften diese Räucherpfannen auf keinen Fall von irgendeinem Israeliten zum Zweck von Räucherwerken eingesetzt werden. Das war nur für die Nachkommen Aarons gestattet (V. 5). Alle andern mussten sterben (Ex 30,38).

Offenbar hatte dieses grossartige Wundergericht, bei dem viele Führer umkamen, noch nicht die nötige Wirkung, denn nun klagte das Volk gegen Mose und Aaron und beschuldigten sie, sich schuldig gemacht zu haben am Tod der Rotte Korachs (V. 6). Sie versammelten sich und rotteten sich erneut zusammen. Da bedeckte eine Wolke den Eingang des Zeltes und die Herrlichkeit Gottes erschien (V. 7). Mose und Aaron gingen zum Zelt der Begegnung (V. 8).

Gott offenbart ihnen, dass er die Gemeinde vernichten will (V. 9). Mose und Aaron fielen nieder vor dem Herrn und flehten um Gnade (V. 10). Darauf gibt ihnen Gott die Anleitung, wie sie für die widerspenstige Gemeinde Sühne bewirken können (V. 11). Aaron nimmt eine Räucherpfanne mit Räucherwerk und lief damit mitten unter die Gemeinde, denn das Todesgericht Gottes hatte schon einige erfasst (V. 12-13). Dieses Räucherwerk symbolisiert die flehentlichen Bitten um Gnade. Damit konnte diese Plage abgewandt werden. Fast 15 000 Menschen sind daran gestorben (V. 14-15).

 

Siebte Szene (Num 17,16-28 oder Num 17,1-13)
Jeder Stamm wird aufgerufen einen Stab (aus Holz, einen Holzzweig) abzugeben (V. 16-17). Auf dem Stab Levis soll der Name Aarons geschrieben werden (V.18). Alle Stäbe sollen Mose gegeben werden, der sie im Allerheiligsten deponiert (V. 19-22). Am nächsten Morgen war der Stab Aarons grün, d. h. er hat Knospen und Blüten gebildet und trug reife Mandeln (V. 23). Das war das Zeichen für alle Widerspenstigen, dass der Herr allein Aaron und seinen Nachkommen das Amt des Hohen Priesters übertrug (V. 24). Gott ordnete an, dass dieser Stab im Allerheiligsten aufbewahrt wird, wo die Bundeslade und die zehn Gebote sind. Er soll als warnendes Zeichen dienen (V. 25). Alle Israeliten bekamen grosse Ehrfurcht vor Gott und seiner Ordnung (V. 27-28).

 

Schlussfolgerungen
Es gibt heute viele Irrlehrer, die sich anmassen, wie Mose, die Propheten und die auserwählten Apostel Christi, dieselbe Führungsaufgabe für die neutestamentliche Gemeinde zu besitzen. Sie reissen, bildlich gesprochen, eine Räucherpfanne an sich und beanspruchen nicht nur die Führung, sondern behaupten Zeichen und Wunder tun zu können. Gleichzeitig geben sie vor, dass auch ihr Mandelzweig Knospen hervorgebracht und Blüten getrieben hätte. Das ist eine Lüge! Übertragen auf den Neuen Bund ist Mose unser Herr Jesus Christus. Die Apostel und Propheten aber können durch das inspirierte Wort Gottes mit Aaron verglichen werden. Sie wurden von Gott eingesetzt und können nicht widerruft werden. Auf sie allein sollen wir hören, um das Himmelreich Gottes zu ererben (Mt 17,5; 1Joh 4,6).

Durch die Bibel können wir feststellen, dass die meisten Zeichen und Wunder von Mose bis Christus und seinen Aposteln nicht mehr vorkamen, sondern einmalige Ereignisse in der Menschheitsgeschichte waren. Vielleicht wäre mancher Irrlehrer in der heutigen Zeit ein bisschen vorsichtiger, wenn er wüsste, dass bei seiner selbsternannten Einsetzung der Boden unter seinen Füssen aufgehen und ihn verschlingen könnte. In der heutigen Zeit gibt es mehr Irrlehrer als je zuvor, die so sehr von sich und ihrer Botschaft überzeugt sind, dass sie viele Nachfolger hinter sich herziehen. Sie geben vor, mit Gott oder einem Engel gesprochen zu haben und dieselbe göttliche besitzen, wie Mose und Aaron damals. Sie rechtfertigen ihre grosse Anhängerzahl damit, die wahre Kirche zu sein (1Tim 4,1-3). Doch bei Gott kommt Qualität vor Quantität.

Jesus warnte vor über 2000 Jahren seine Zuhörer (Mt 7,15-23): „Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafspelzen zu euch kommen - darunter aber sind reissende Wölfe! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Lassen sich etwa Trauben ernten von Dornen oder Feigen von Disteln? So trägt jeder gute Baum gute Früchte, jeder faule Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte tragen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird gefällt und ins Feuer geworfen. So werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird ins Himmelreich hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen als Propheten geredet, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder getan? Dann sollen sie von mir hören: Ich habe euch nie gekannt! Geht weg von mir, die ihr das Gesetz missachtet!”

Paulus warnte die Galater, indem er sagte (Gal 1,1-9): „Ich wundere mich, dass ihr so rasch dem abspenstig werdet, der euch in der Gnade Christi berufen hat, und euch einem anderen Evangelium zuwendet, das es gar nicht gibt. Was es hingegen gibt, sind einige, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verdrehen wollen. Jedoch, selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas als Evangelium verkündigten, das dem widerspricht, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Verflucht sei er! Wie wir schon früher gesagt haben, so sage ich jetzt aufs Neue: Wer euch etwas als Evangelium verkündigt, das dem, was ihr empfangen habt, widerspricht, sei verflucht!”

In diesem Wirrwarr von Evangelien in der heutigen Zeit gilt es umso mehr auf das göttlich inspirierte Wort zu hören, das Jesus seinen auserwählten Aposteln und Propheten für uns aufschreiben liess (2Tim 3,16-17). Nur mit der Gesinnung der Beröer kann der ursprüngliche Glaube wieder hergestellt werden, den die ersten Christen damals hatten (Apg 17,10-12). Das Wort Gottes ist der Same (Lk 8,11), der ohne Genmanipulation in die Herzen der Menschen gepflanzt werden soll, damit derselbe Glaube entstehen kann, wie damals (Jud 3). Denn (Lk 11,28): „Selig vielmehr, die das Wort Gottes hören und bewahren.”

Hebräer 2,1-4: „Darum sollen wir erst recht auf das Gehörte achten, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. Hat sich nun das durch Engel gesprochene Wort als gültig erwiesen und hat jede Übertretung und jeder Ungehorsam gerechten Lohn empfangen, wie werden dann wir entrinnen, wenn wir so grosses Heil missachten? Dieses nahm seinen Anfang mit der Verkündigung durch den Herrn und wurde uns von denen, die sie hörten, verlässlich weitergegeben und zugleich von Gott bestätigt durch Zeichen und Wunder und vielerlei machtvolle Taten und Gaben, die der heilige Geist nach seinem Willen austeilt.”